Führung neu gedacht – wie sieht moderne Führung im 21. Jahrhundert aus?

Auf den ersten Blick mag es pathetisch klingen – aber wie viel besser sähe unsere Welt aus, wenn mehr Menschen in Führungspositionen ihre Arbeit nach dem Motto „goes beyond yourself“ angehen, anstatt in oberster Priorität das Ziel der Sicherung ihrer eigenen Position zu verfolgen?

Führungsposition einnehmen trotz weltweiter Pandemie?

Chef oder Chefin sein, lässt sich erlernen. Das ist unbestritten. Dennoch zeigen aktuelle Studien, dass der Wunsch derer, die wirklich führen möchten auch, oder gerade wegen des Einflusses der weltweiten Pandemie, deutlich zurück gegangen ist. So ist für viele die grundlegende Frage bedeutsamer geworden: Auch wenn man Führung erlernen kann – will ich das überhaupt?

Woran liegt es, dass Leadership – und zwar neu und modern gedacht – so an Attraktivität verloren hat? Und ist es nicht bedauerlich, dass gerade in einer Zeit, in der fortschrittliches, modernes Führen mehr denn je gebraucht wird – aus den alten Mustern heraus – auch die abschreckt, die fähig, willens und kraftvoll sind, um hochmotivierte Teams zu führen sowie die Zukunft mutig zu gestalten?
 

Wie lässt sich Führung anders gestalten?

Wie sehen Führungspositionen heute aus und warum ist das bisher bekannte Model von Führung so, dass viele Menschen sagen: „Genau das möchte ich einfach nicht führen (müssen)“? – Umkehrfrage: Geht Führung nicht auch anders und wie lässt sie sich anders gestalten?

Bislang verbinden wir mit Führung den Modus von 24/7/365, Allzeit bereit, für alle Fragen auf Anhieb die passende Antwort parat haben, viel Reisetätigkeit, wenig Freiraum, starre Konstrukte und klare Hierarchien – Attribute, die abschrecken, oder nicht?

Was also macht moderne Führung aus und was bedeutet es überhaupt in modernen Organisationen zu führen? Warum lohnt sich die Führung und wie kann uns eine gute Führung am besten gelingen? Anhand einiger Impulse können Sie im Folgenden Ihre persönliche Führungs-Inventur durchführen.
 

Verantwortung für Menschen übernehmen

Führung lässt sich nicht outsourcen. Führung bedeutet die Verantwortung für Menschen in all ihrer Diversität von Motiven, Bedürfnissen und Fähigkeiten. Führung bedeutet mit einem hochmotivierten Team, bestehend aus völlig verschiedenen Menschen, zusammenzuarbeiten und all die Unterschiedlichkeiten der Einzelnen zusammenzubringen. Es geht darum, das Team und jedes einzelne Teammitglied in seiner Individualität wahrzunehmen, zu fördern und das Beste aus jedem Einzelnen rauszuholen. Hier ist der essenzielle Faktor an Veränderung die Zeit, die Führende einplanen müssen, um das Wesentlichste zu nähren: Zwischenmenschlichkeit – begleitet von den Fragen: „Welches Gefühl möchte ich meinen Mitarbeitenden vermitteln, wenn sie mit mir zusammenarbeiten? Welche persönliche Erfahrung bezüglich erlebter Führungskräfte trage ich in mir?“ Abschließend ist eine Klärung der Kernfrage unabdingbar: „Möchte ich überhaupt für Menschen verantwortlich sein?“
 

Das persönliche Skillset erweitern

Raus aus der Dominanz- und Allwissendenrolle, rein in die emphatische und transparente Führungsfunktion als SparringspartnerIn. Weg von einer angstgetriebenen Kultur, hin zum vertrauten und konstruktiven Miteinander auf Augenhöhe. Gerade dann, wenn wir als Führende den Druck von allen Seiten abbekommen und diesen Druck nicht einfach weitergeben können oder wollen, gibt es viele Gelegenheiten unser persönliches Skillset zu erweitern. Dazu zählt beispielsweise eine offene Kommunikation. Die Herausforderung sollte ebenso benannt werden wie die Lösungswege und das persönliche Gefühl dabei. Den Mut haben authentisch zu sein, Gefühle und Bedürfnisse benennen können – auch wenn dies oftmals ein schmaler Grat sein kann, wenn man sich auf die Frage bezieht, wie verletzlich eine Führungskraft sein darf. Außerdem gilt es Klarheit darüber zu haben, nicht mehr alles beantworten zu können und müssen, sondern sich mehr auf die Kompetenz jedes Einzelnen im Team zu konzentrieren. Einen Raum für Zwischenmenschlichkeit schaffen, zuhören und das Gegenüber wirklich mit all seinen Potenzialen und Möglichkeiten wahrnehmen – um ihm und dem Team zu ermöglichen, dort zu wirken, wo die individuelle Wirk- und Umsetzungskraft am größten ist.
 

Führung übernehmen

Im gleichen Moment kommt es darauf an, nicht mehr ExpertIn aller Bereiche zu sein, sondern authentisch die Verantwortung qua Funktion zu übernehmen und außerdem anzuerkennen sowie zu benennen, dass die ExpertInnen der jeweiligen Themen im Team zu finden sind. Das Bewusstsein für die unterschiedliche Bedeutung von Verantwortung und Zuständigkeit spielen hier eine große Rolle. Ebenso die Sicherheit für das Team bezüglich der Verlässlichkeit von Führung. Verantwortung zu übernehmen – gerade in den entscheidenden und auch unangenehmeren Momenten – ist eine Entscheidung, die Führungsrolle auch wirklich zu übernehmen.
 

Anstrengungsbereitschaft – sind Sie bereit den Preis zu zahlen?

Gestaltungsspielraum zu haben, Wirkkraft und Einfluss nehmen zu können – Attribute, welche die Motivlage für Führungspositionen ausmachen und gleichzeitig die Grundlage bilden, um die Anstrengungsbereitschaft, die mit der Führungsposition einhergeht, bereit zu stellen. Eine wesentliche Frage, die es sich lohnt zu stellen und ganz persönlich – am besten mit einem Sparring an der Seite – zu beantworten ist: „Bin ich bereit, den Preis dafür zu zahlen?“

Spielen auch Sie mit dem Gedanken, eine völlig neue Position als Führungskraft einzunehmen und stehen vor genau diesem Berg an Fragen? Dann begleite ich Sie gerne als Vertraute und Sparringspartnerin auf dem Weg in eine gelungene Transformation! Ich freue mich auf ein gemeinsames Gespräch.

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