Wie können wir Arbeit neu denken? Eine Post-Corona Betrachtung

Hat Ihr Unternehmens-Alltag sich in den letzten Monaten durch Corona auch so verändert wie meiner? Hatten Sie immer öfter das Gefühl am Rande Ihrer Kräfte zu sein und zwischen bewusst, menschlicher Mitarbeiterführung und Unternehmenszielen mehr denn je zerrissen zu werden? Spürten Sie selbst zunehmend mehr als gefordert zu sein mit der ständigen Regulation der eigenen Gefühlsebenen, wie Umgang mit Ängsten und Unsicherheit? Teilweise verpufften Leichtigkeit, Zukunftsblick und das visionäre Rennen auf Jahreszielerreichung.

Entpuppten Sie sich zwischendurch ungewollt, und das nicht nur im Unternehmen, zur „Persona non grata“, die um die Ecke bog mit dem Gefühl in einer absoluten Ausnahmesituation „Business as usual“ ausrufen zu müssen? Bei vielen war dies in den letzten Wochen so oder so ähnlich.

„Verrückte“ Welt

Kombiniert im Corona-Alltag mit drei Kindern und Homeschooling habe ich Teile davon selbst erlebt und begleitet. Die gewohnte Alltagsstruktur war nicht mehr vorhanden – kein Stein blieb auf dem anderen. Viele mussten in dieser Zeit um den Arbeitsplatz fürchten oder mit den Folgen von Kurzarbeit umgehen. Anderen fehlte der für sie so wichtige kollegiale Austausch. Einschränkungen des Freizeitlebens und die „Verrückung“ des familiären Lebensanteils mit Kindern oder älteren Menschen kamen noch „on top“.

Renaissance der Kreativität

Corona war wie der Schubs ins kalte Wasser und wir mussten schwimmen lernen. Durch das schnelle Umdenken haben wir allerdings auch eine wahre Renaissance der Kreativität erlebt. Die Innovationsfreude von einer anderen Gestaltung der Arbeit wäre nie ins Leben gekommen, wenn wir nicht „gemusst“ hätten. Mancher Mitarbeiter entdeckte seinen Freigeist wieder und segnete das Unternehmen mit unerwartet, innovativen Ideen. Werfen wir einen positiven Blick auf die Situation, erkennen wir mehr Resilienz, Zusammenhalt, Kooperation und Co-Creation, und entdecken ungewohnte Freiheit durch die Arbeit im Homeoffice. Es zeigt, was wir alles ins Leben bringen können, wenn wir müssen und es vorher nicht kaputt denken können.

Fazit

5 Impulse, die wir als Learning aus dieser Zeit implementieren und weiterentwickeln:

  • Abschied von der 9 to 5 Mentalität
  • Homeoffice in Verbindung mit Familie und freiheitlicher Gestaltung der individuellen Arbeits- und Leistungszeit
  • Höhere Effizienz im Kontext von Digitalisierung (Notwendigkeit von Meetings, Ausstattung für Mitarbeiter im Homeoffice, innovative Teamgestaltung, etc.)
  • Check-up der Wertekultur - Commitment und Co-Creation
  • Vertrauen als Turbo der Arbeits-, Innovationskraft und Leistungsbereitschaft